Frauen 50plus sind hoch engagiert im Erwerbsleben – und zugleich die grösste ungenutzte Arbeitskräftereserve der Schweiz. Flexible Arbeitsmodelle sind der Schlüssel, um dieses Potenzial zu erschliessen.
Menschen ab 50 weisen die höchste Arbeitsmotivation aller Altersgruppen auf: 63 Prozent geben an, sich stärker zu engagieren, als von ihnen erwartet wird. Damit liegen sie deutlich vor den 18- bis 29-Jährigen (45 %) und den 30- bis 49-Jährigen (55 %). Noch ausgeprägter ist die Leistungsbereitschaft von Frauen 50plus: 70 Prozent von ihnen engagieren sich überdurchschnittlich. Das zeigt eine repräsentative Studie von swissstaffing und gfs-zürich mit 1242 Befragten.
Auch die Loyalität ist bemerkenswert hoch: 71 Prozent der Frauen 50plus haben keine Absicht, ihre Stelle zu wechseln. Für Arbeitgeber bedeutet dies eine Kombination aus hoher Motivation und personeller Stabilität - ein Vorteil, der im aktuellen Arbeitsmarkt zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gleichzeitig stehen diese Ergebnisse im Widerspruch zu den nach wie vor bestehenden Vorbehalten und erschwerten Arbeitsmarktchancen, mit denen Erwerbstätige 50plus weiterhin konfrontiert sind (vgl. SECO 2020).
Die motivierteste Gruppe ist zugleich die grösste Arbeitskräftereserve
Nichterwerbstätige ab 50 bilden mit über 200'000 Personen die grösste aktivierbare Arbeitskräftereserve der Schweiz. 62 Prozent davon sind Frauen. Damit ist die Gruppe der Frauen 50plus nicht nur besonders leistungsbereit, sondern auch arbeitsmarktpolitisch hoch relevant.
Vor dem Hintergrund der demografischen Alterung und der Pensionierungswelle der Babyboomer wird sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen. Die Altersgruppe 50-64 wird in den kommenden Jahrzehnten mehr als ein Drittel der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter stellen (vgl. BFS, 2024). Die konsequente Aktivierung des Erwerbspotenzials 50plus ist damit eine zentrale Voraussetzung für die langfristige Stabilität des Schweizer Arbeitsmarkts.
Leistungsbereistschaft und Engagement von Erwerbstätigen

Flexibilität als Schlüssel zur Nutzung des Arbeitskräftepotenzials
Flexible Arbeitsmodelle sind ein zentraler Hebel, um das Potenzial 50plus zu erschliessen und länger im Erwerbsleben zu halten. Für Frauen sind insbesondere flexible Arbeitszeiten (82 %) und Teilzeitarbeit (81 %) entscheidend. Auch Homeoffice und Jobsharing spielen eine wichtige Rolle. Männer derselben Altersgruppe bevorzugen häufiger projektbezogene oder freiberufliche Arbeit. Besonders aufschlussreich ist: Rund die Hälfte der nichterwerbstätigen Frauen 50plus würde eine Erwerbstätigkeit aufnehmen, wenn die Arbeitszeit oder der Beschäftigungsgrad flexibel gestaltet werden könnte. Die zentrale Hürde ist somit nicht mangelnde Bereitschaft, sondern ein unzureichendes Angebot an passenden Arbeitsmodellen.
Wichtigkeit unterschiedlicher Arten flexibler Arbeit

Temporärarbeit schafft neue Zugänge zum Arbeitsmarkt
Temporärarbeit kann in diesem Kontext einen wichtigen Beitrag leisten. Als flexible Arbeitsform ermöglicht sie individuell gestaltbare Einsätze und erleichtert dank niedriger Eintrittsschwelle den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt. Gleichzeitig unterstützt sie eine freiwillige Weiterbeschäftigung über das ordentliche Rentenalter hinaus.
Temporäre Einsätze erhöhen die Sichtbarkeit, wirken als Türöffner und ebnen – falls gewünscht – den Weg in eine Festanstellung (vgl. swissstaffing 2025). Der GAV Personalverleih verbindet dabei Flexibilität mit sozialer Absicherung. Professionelle Personaldienstleister bringen dank ihrem Netzwerk erfahrene Arbeitskräfte und Unternehmen gezielt zusammen.
Unternehmen, die flexible Arbeitsmodelle fördern und gezielt mit Personaldienstleistern zusammenarbeiten, können das Erwerbspotenzial von Frauen 50plus nachhaltig erschliessen. Damit sichern sie sich eine der stabilsten und zugleich leistungsfähigsten Fachkräftegruppen im Arbeitsmarkt von morgen.
Staatssekretariat für Wirtschaft SECO (2020): Erwerbsverläufe ab 50 Jahren in der Schweiz: Arbeitsmarktintegration von älteren Erwerbstätigen
swissstaffing (2025): White Paper – Im Spannungsfeld zwischen Gen Z und 50+: Wie Unternehmen für alle Generationen attraktiv sind
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Befragung der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter Das Institut gfs-zürich befragte im Auftrag von swissstaffing 1242 Personen in der Schweiz im Alter von 18 bis 65 Jahren (bzw. nicht Pensionierte bis 70 Jahre). Zusätzlich wurde eine Stichprobe von 201 Nichterwerbstätigen erhoben. Damit konnten insgesamt 344 Nichterwerbstätige befragt werden. Die Umfrage ist repräsentativ hinsichtlich Alter, Geschlecht, Bildung und Sprachregion. Die Befragung fand vom 15. September bis 8. Oktober 2025 statt. |